Wer heute über die Stadionvorwiesen in Köln spaziert, wenn dort der Come-Together-Cup (CTC) stattfindet, blickt in ein Meer aus lachenden Gesichtern. 96 Hobby-Teams, rund 25.000 begeisterte Zuschauer und eine Atmosphäre, die man kaum in Worte fassen kann. Doch die Geschichte dieses riesigen „Fußballfests der Vielfalt“ beginnt ganz klein – mit einer sehr persönlichen Reise ihres Initiators Andreas Stiene.

Inhalt:

  1. Der Wechsel nach Köln: Vom Verstecken zur Gemeinschaft.
  2. Die Geburtsstunde im Central Park.
  3. Warum der Cup funktioniert: Fußball, aber ohne Verbissenheit.
  4. Seit vielen Jahren an Andreas' Seite: NetCologne.

Der Wechsel nach Köln: Vom Verstecken zur Gemeinschaft.

Anfang der 90er Jahre war Andreas’ Welt noch eine völlig andere. Er lebte in Essen, machte Karriere als Kriminalkommissar bei der Polizei und kickte erfolgreich in der Landesliga. Allerdings hielt er sein Privatleben im sportlichen und beruflichen Umfeld damals strikt im Hintergrund. „Ich war damals sehr versteckt aufgetreten, weil ich schwul war und das unbedingt vermeiden wollte, dass das rauskam“, erinnert er sich im Interview.

Das Gefühl, isoliert zu sein, war allgegenwärtig: „Als ich 1992 nach Köln zog, dachte ich noch, ich sei der einzige schwule Fußballer auf der ganzen weiten Welt.“

Doch Köln belehrte ihn schnell eines Besseren. Er schloss sich dem im selben Jahr gegründeten „Cream Team Cologne“ an. Plötzlich war da eine Gemeinschaft. Als das Team 1994 zu einem Turnier nach New York flog und dort im Central Park im Elfmeterschießen gewann, passierte etwas, das Andreas’ Leben und die Kölner Sportwelt für immer verändern sollte.

Die Geburtsstunde im Central Park.

Im Central Park erlebte Andreas eine großartige Unterstützung und stellte fest: Es waren fast ausschließlich schwule und lesbische Zuschauer am Spielfeldrand. Noch auf dem Rückflug im Herbst 1994 ließ ihn ein Gedanke nicht mehr los: Warum nicht ein Fest schaffen, bei dem alle gesellschaftlichen Gruppen in Köln zusammenkommen? Ein großes, buntes Turnier, bei dem eben nicht nur eine Community unter sich bleibt, sondern bei dem Vielfalt und Zusammenhalt im Fokus stehen.

Der Ur-Gedanke des Come-Together-Cups war geboren. 1995 ging das Turnier mit den ersten zehn Teams an den Start – damals noch als einmalige Aktion geplant. Doch die Begeisterung war so riesig, dass die Teams sofort fragten, wann es im nächsten Jahr weitergeht. Aus der einmaligen Idee ist mittlerweile eine 32-jährige Erfolgsgeschichte geworden.

Warum der Come-Together-Cup funktioniert: Fußball, aber ohne Verbissenheit.

Wenn man Andreas fragt, warum der CTC so erfolgreich ist, schmunzelt er: „Der Come-Together-Cup ist so erfolgreich, nicht weil da Fußball gespielt wird, sondern obwohl da Fußball gespielt wird.“

Es geht ihm nicht um leistungsorientierten, überehrgeizigen Spitzensport, sondern um ein sportlich-relaxtes Miteinander auf Augenhöhe. Ein Fest, bei dem der Eintritt immer aus „Weltoffenheit und guter Laune“ besteht. Neben der Freude gibt es aber auch Raum für die wichtigen, leisen Momente: Der Moment of Silence am späten Nachmittag – ein Augenblick des gemeinsamen Gedenkens an die Opfer von HIV und AIDS sowie verstorbene Wegbegleiter – ist für Andreas das emotionale Herzstück des Tages.

Seit vielen Jahren an Andreas' Seite: NetCologne.

Eine solche Vision wächst nicht im luftleeren Raum, sie braucht Partner, die den Weg bedingungslos mitgehen. Um die Jahrtausendwende, im Jahr 1999/2000, steckte das Turnier noch in einer ganz anderen Phase, als NetCologne als allererster Hauptsponsor überhaupt an Bord ging.

Für Andreas ist diese über 25-jährige Partnerschaft ein Fundament des Erfolgs: „NetCologne hat immer zu uns gestanden, und ich persönlich bin NetCologne wahnsinnig dankbar.“ Damals wie heute verbindet uns genau das, was Andreas im Central Park vorschwebte: Menschen zusammenzubringen. Digital über unser Netz und menschlich auf den Stadionvorwiesen. 

Du möchtest noch mehr über Andreas, seine persönliche Reise und die Hintergründe zum Cup erfahren?

Das gesamte, emotionale Interview mit allen Einblicken und Kölner Gänsehautmomenten kannst du dir hier auf YouTube anschauen: Come-Together-Cup Köln: Andreas Stiene über Vielfalt, Verbindung & über 25 Jahre Come-Together-Cup.

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