NetCologne macht Investitionszusage für Nahbereiche

Köln, 01.04.2015

Jost Hermanns
Jost Hermanns (Geschäftsführer)

Seit 2006 investiert NetCologne als regionaler Anbieter in den Ausbau des eigenen Netzes. Wenn es nach der Telekom geht, sollen jetzt die Herzstücke der Ausbaugebiete rund um die Nahbereiche exklusiv an den ehemaligen Monopolisten fallen. NetCologne wehrt sich dagegen in ihrer Stellungnahme bei der Bundesnetzagentur und plädiert für eine faire Wettbewerbslösung.

Ausbau im Wettbewerb
Im Sinne der Netzallianz sollte der Breitbandausbau in Deutschland gemeinschaftlich von allen Telekommunikationsanbietern vorangetrieben werden, um eine möglichst flächendeckende Lösung zu erreichen. Das heißt im Umkehrschluss aber natürlich auch, dass Chancengleichheit herrschen und ein fairer Wettbewerb sichergestellt werden muss – auch beim Thema Vectoring. „Für uns bedeutet Netzallianz Ausbau im Wettbewerb, trotz technisch bedingter Exklusivität“, erklärt NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns. Die bisherige Vectoring-Regelung habe gezeigt, dass genau das funktionieren kann. „Das heißt in unseren Augen nicht automatisch, dass die Telekom der alleinige Anbieter sein muss, der ausbaut“, so Hermanns weiter.

Investitionszusage der NetCologne
Deshalb will NetCologne nun selbst in den Nahbereichsausbau investieren und sagt der Bundesnetzagentur zu, alle Nahbereiche der von NetCologne erschlossenen Hauptverteiler in ihrem Versorgungsgebiet zu 100 Prozent auszubauen. „Besonders dort, wo wir in den Glasfaserausbau bereits investiert haben, sind natürlich auch die Nahbereiche mit in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eingeflossen“, erklärt Hermanns diesen Schritt. Häufig würden sich Regionen gerade erst durch diese Mischkalkulation von dicht und weniger dicht besiedelten Stadtteilen rechnen. Um den Kunden auch in den bislang für Vectoring gesperrten Nahbereichen höchstmögliche Bandbreiten zu liefern, hat NetCologne in den vergangenen Jahren bereits konsequent die Hauptverteiler mit VDSL erschlossen. „Wenn die Nahbereiche jetzt exklusiv an die Telekom vergeben werden, kann das das mitunter ganze Ausbauprojekte zum Kippen bringen“, erklärt Hermanns. Zudem würde es an Ironie grenzen, wenn man im Gegenzug für Investitionen in weniger lukrative Regionen die einzig rentablen Herzstücke weggenommen bekommen würde.