Schnelles Internet: Datenautobahn in Kerpen wird weiter ausgebaut!

Köln, 31.03.2015

Glasfaserausbau Kerpen
v.l.n.r.: Rainer Hegmann (RWE), Bürgermeisterin Marlies Sieburg und Patrick Helmes (NetCologne) stellten heute den geplanten Glasfaserausbau in Kerpen vor.

Gute Neuigkeiten für Kerpen: Der Glasfaserausbau geht ab Mai in die zweite Runde. Nachdem bereits die Stadtteile Blatzheim und Bergerhausen an die schnelle Datenautobahn angeschlossen wurden folgt nun das restliche Stadtgebiet fast flächendeckend. NetCologne und RWE haben für dieses Projekt ihre Kooperation erweitert.

Kerpen kommt jetzt richtig auf die digitale Überholspur“, freut sich Bürgermeisterin Marlies Sieburg über die neuen Pläne von NetCologne und RWE. Mit dem Startschuss in Blatzheim und Bergerhausen sei bereits ein schöner Grundstein in den besonders stark unterversorgten Stadtteilen gelegt worden. „Jetzt kommen auch die übrigen Bürgerinnen und Bürger bald in den Genuss der schnellen Internetleitungen“, so Sieburg weiter. Dadurch werde Kerpen als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch attraktiver.

Datenturbo für 25.000 Haushalte
Der Startschuss der Ausbauarbeiten ist für Mai vorgesehen. Dann werden über 40 Kilometer Glasfaserkabel neu in die Erde verlegt und mit 126 NetCologne Technikgehäusen verbunden. „Über die neuen Leitungen können wir 25.000 Privathaushalten und über 700 Firmen in Kerpen künftig Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s anbieten“, erklärt Patrick Helmes, Leiter Kommunikation bei NetCologne. „Die hohen Bandbreiten erreichen wir über die neue Vectoring-Technologie, die wir hier bereits einsetzen werden“, so Helmes weiter. NetCologne rechnet mit den ersten Kundenanschlüssen auf dem neuen Netz bereits Ende dieses Jahres. Der Abschluss des Gesamtprojekts ist bis Ende 2016 vorgesehen.

Ausbau im Spülbohrverfahren
„RWE Deutschland hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100.000 Menschen in ländlichen Regionen an das schnelle Internet angeschlossen. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur besseren Versorgung mit Infrastruktur. Wenn Westnetz als Verteilnetzbetreiber in dieser Region Kabel unter die Erde legt, werden oft Leerrohre für Glasfaserkabel mit verlegt. Wie auch schon 2013 in den Ortsteilen Blatzheim und Bergerhausen werden wir während des zukünftigen Ausbaus weiterhin das sogenannte Spülbohrverfahren nutzen und die Kabel in bereits vorhandenen Rohren unterbringen. Der Rest wird durch die oberirdische, offene Bauweise in die Erde verlegt“, sagt Rainer Hegmann, Leiter Hauptregion Rhein-Ruhr der RWE Deutschland.

Zwei Ausbauschritte
Der Ausbau von Kerpen ist in zwei Etappen geplant. Im ersten Schritt werden bis Ende 2015 die Stadtteile Kerpen-Mitte, Mödrath, Sindorf und der nördliche Teil von Horrem angeschlossen. Im zweiten Ausbaustep folgen der südliche Teil von Horrem sowie Neu-Bottenbroich, Buir, Brüggen, Balkhausen und Türnich. Momentan nicht im Rahmen dieses Projekts berücksichtigt ist Niederbolheim, da hier die Entfernung zur bestehenden Glasfasertrasse einen wirtschaftlichen Ausbau zurzeit nicht möglich macht. Zudem wird Manheim (alt) aufgrund des Tagebaus nicht ausgebaut. In den Stadtteilen Blatzheim und Bergerhausen sind die schnellen Anschlüsse der NetCologne bereits seit einem Jahr verfügbar.

Weitere Informationen
Sobald der Ausbau im Mai startet, wird NetCologne Termine für Informationsveranstaltungen vor Ort bekannt geben. Zwischenzeitlich finden Interessierte auf der NetCologne Homepage unter www.netcologne.de/kerpen weitere Informationen zu den neuen Anschlüssen. Hier ist für Privatkunden auch bereits eine Registrierung für die höheren Geschwindigkeiten möglich. Sobald diese dann am Wohnort verfügbar sind, werden die Interessenten darüber gesondert informiert. Darüber hinaus geben Mitarbeiter unter der Rufnummer: 0221 2222-5984 Auskunft zum Ausbau. Geschäftskunden können sich unter 0800 2222-550 beraten lassen oder Fragen an business@netcologne.de richten.

Zusatz zum technischen Hintergrund des Ausbaus
Das Kupfernetz, das heute noch überall in der Erde liegt und vielerorts für Datendienste genutzt wird, ist ursprünglich nur für klassische Telefonie entwickelt worden. Als Anfang der 1990er Jahre das Internet hinzukam, mussten die Leitungen viel höhere Datenraten transportieren. In kleinen Mengen konnten das bestehende Kupfernetz diese Datenpakete stemmen. Im Zeitalter von YouTube, Netflix und Co. kommt das Netz allerdings an seine technischen Grenzen. Denn Kupferleitungen haben die Eigenschaft, dass die Datenpakete mit zunehmender Leitungslänge durch Dämpfung langsamer werden. Im Endergebnis heißt das für den Kunden langsames Internet mit langen Ladezeiten. Die Lösung sind Leitungen aus Glasfaser, denn hier gibt es diese Restriktionen nicht. Über Glasfasertechnologie lassen sich bequem Bandbreiten bis in den Gigabit-Bereich realisieren. Ziel des Breitbandausbaus ist es deshalb, die leistungsfähigen Glasfaserleitungen möglichst nah zum Kunden zu bringen. In Kerpen werden sie bis zu den grauen Schaltkästen am Straßenrand verlegt. Dadurch sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu den Haushalten und die Datengeschwindigkeit wird deutlich erhöht – von ursprünglich maximal 18 Mbit/s auf bis zu 100 Mbit/s mit dem Einsatz der neuen Vectoring-Technologie.