NRW-Wirtschaftsminister Duin informiert sich bei NetCologne über Glasfaserausbaustrategie

Köln, 19.10.2012

NRW-Minister Garrelt Duin (Mitte) zu Besuch bei NetCologne. Deren Geschäftsführer Karl-Heinz Zankel (links) und Dr. Hans Konle (2. v.r.) empfingen den Minister, der von der Landtagsabgeordneten Gabriele Hammelrath und dem Ingenieurwissenschaftler Prof. Ingo Wolf begleitet wurde. Foto: NetCologne/Helmut Löwe.

Im Rahmen seiner IT-Tour besuchte Garrelt Duin, seit Juni 2012 Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, gestern in Köln den regionalen Telekommunikationsanbieter NetCologne. Die Geschäftsführer Dr. Hans Konle und Karl-Heinz Zankel stellten das Unternehmen vor, informierten über die technischen Alternativen beim Netzausbau und erläuterten Anwendungsbeispiele für den rasant steigenden Bandbreitenbedarf in der Region.

"Breitbandiges Internet ist von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsraum Köln/Bonn. Die Verfügbarkeit von Highspeed-Internet ist ein starker Standortfaktor für Städte und Gemeinden hier in der Region", erläuterte NetCologne-Geschäftsführer Dr. Hans Konle. Um sie sicherzustellen, baue NetCologne das eigene, hochleistungsfähige Glasfasernetz konsequent aus. Dabei setze man auf eine "Multi-Access-Strategie", nutze also alle verfügbaren technologischen Zugangswege zum Kunden - vom ADSL bzw. VDSL-Anschluss über breitbandige Kabelnetze bis hin zum Glasfaserdirektanschluss von Gebäuden.

Der Bedarf an breitbandigen Anbindungen wachse weiterhin rasant. Ein Beispiel hierfür seien die sogenannte Cloud Dienste, also webbasierte Services und Anwendungen, die sich zunehmend im privaten und geschäftlichen Umfeld durchsetzen. Ob Mailplattformen, virtuelle Fotodatenbanken, netzbasierte Telefonanlagen oder Firewall-Systeme, mehr und mehr Dienste werden direkt in der "Wolke" genutzt und gespeichert. Dies erfordert einen breitbandigen und zunehmend symmetrischen Zugang zum Internet. Dieser, erklärte NetCologne-Geschäftsführer Karl-Heinz Zankel, sei ohne eine Glasfaser-Infrastruktur nicht zu realisieren. "Nur moderne Glasfasernetze sichern langfristig die Teilhabe an unserer modernen Informationsgesellschaft."

"Unsere Kernkompetenz liegt im Aufbau und Betrieb breitbandiger Netze", ergänzte Dr. Hans Konle. "Damit wir aber langfristig den Ausbau solcher Netze vorantreiben können, sind wir auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen". Konle betonte gegenüber dem Landesminister die Bedeutung der richtigen politischen Weichenstellung. "Die Innovationsbereitschaft von Infrastrukturanbietern darf nicht ausgebremst werden, der Wettbewerb muss lebendig bleiben. Tendenzen zurück in eine Monopolisierung von Netzzugängen, wie sie derzeit beim Thema "Vectoring" von der Deutschen Telekom angedacht werden, sind unsinnig und würden nicht nur extrem das Tempo aus dem Breitbandausbau nehmen, sondern letztlich auch den Wettbewerb zerstören". Konle regte zudem an, sich mit monetären Förderanreizen zu beschäftigen, die insbesondere im ländlichen Bereich dem Breitbandausbau einen Schub verleihen können.

NRW-Minister Duin bedankte sich für den interessanten Einblick in die Unternehmensstrategie sowie den guten Überblick über die Markttrends und Technologien. "Es liegt in unserem Interesse, dass möglichst vielen Menschen und Betrieben in NRW möglichst bald möglichst viel Bandbreite zur Verfügung steht. Der Flächenausbau spielt hierbei eine entscheidende Rolle, um auch die Breitband-Versorgung des ländlichen Raumes zwischen den Ballungszentren sicherzustellen", so Duin. Man denke bereits intensiv über sinnvolle ordnungspolitische und finanzielle Anreizmodelle nach, um die Investitionsbereitschaft von Unternehmen wie NetCologne weiterhin zu sichern und zu stärken.
 

Über NetCologne:

NetCologne zählt mit mehr als 350.000 Telekommunikationskunden, rund 30.000 Mobilfunkkunden und über 190.000 Kunden für Kabelnetzdienste zu den erfolgreichsten Regionalcarriern Deutschlands. In den letzten Jahren hat das Unternehmen konsequent die eigene Netzinfrastruktur ausgebaut. Ende Juni 2012 versorgte das Unternehmen bereits 134.000 Haushalte mit Breitbandanschlüssen über das eigene, hochleistungsfähige Glasfasernetz. Die Anschlüsse werden über das HFC-Kabelnetz (Hybrid Fibre Cable, die Kombination von Glasfaser und Koaxkabel) sowie die FttB-Technologie (Fibre to the Building, die Glasfaser-Einführung in das Gebäude) realisiert. Künftig setzt NetCologne auf eine weitere Anschlussalternative. Mittels FttC (Fibre to the Curb, der Glasfaseranschluss bis an den Kabelverzweiger) wird das Unternehmen insbesondere dort Breitbandversorgung anbieten, wo aufgrund ländlicher Strukturen der Direktanschluss von Gebäuden nicht wirtschaftlich wäre. Erste Projekte mit einem Potenzial von 30.000 Haushalten laufen in Burscheid, Siegburg Zange, Niederkassel, Windeck und Betzdorf an.