Neue Datenautobahn für Bedburg: Netzausbau startet!

Köln, 18.12.2014

Gaben heute den offiziellen Startschuss für schnelles Internet in Bedburg: (v.l.n.r.) Thomas Bley (Westnetz), Patrick Helmes (NetCologne), Bürgermeister Sascha Solbach und Rainer Hegmann (RWE Deutschland).

Nachdem vor Kurzem der Startschuss für die Verlegung schneller Internetleitungen in Bergheim gegeben wurde, erweiternNetCologne und RWE ihre Ausbaukooperation um eine weitere Stadt im Rhein-Erft-Kreis: Ab sofort werden auch in Bedburg die hochleistungsfähigen Glasfaserleitungen verlegt. Das Projekt lief bisher so reibungslos, dass jetzt sogar noch im Dezember mit dem Tiefbau begonnen wird, obwohl dieser eigentlich Anfang 2015 starten sollte.

Chance für Bedburg
Die derzeitige Breitbandversorgung in Bedburg ist gemischt. In einigen Stadtteilen sind schnelle Internetleitungen verfügbar, aber besonders rund um das Zentrum von Bedburg herrscht meist noch Datenstau. Das soll sich zur Freude von Bürgermeister Solbach nun ändern: „Es ist toll, dass NetCologne und RWE hier gemeinsam anpacken und die Versorgungslage deutlich verbessern. Bedburg ist ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort, aber die langsamen Leitungen wurden von Privat- und Geschäftsleuten gleichermaßen kritisiert. Als Stadt hätten wir diesen kostspieligen Ausbau nicht stemmen können. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass die Errichtung des Glasfasernetzes dank der Kooperation der beiden Unternehmen keine Investition seitens der Stadt erfordert.“

Surfen mit bis zu 50 Mbit/s
„Mit dem Ausbau können wir künftig rund 8.500 Privathaushalten und über 240 Firmen schnelle Internetanschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s anbieten“, erklärt Patrick Helmes, Leiter Kommunikation und Recht bei NetCologne. Das entspricht ca. 80 Prozent der Bedburger Haushalte. Perspektivisch soll die Leistung durch eine neue Technologie namens Vectoring sogar noch höher geschraubt werden. „Dann können wir die Bandbreite nochmals auf bis zu 100 Mbit/s verdoppeln“, so Helmes weiter. Mit den ersten Kunden auf dem neuen Netz rechnet NetCologne ab Sommer 2015.

Datenturbo für neun Stadtteile
Von der Kooperation profitieren insgesamt neun Stadtteile: Bedburg, Blerichen, Broich, Kaster, Kirdorf, Königshoven, Lipp, Millendorf und Oppendorf. Daneben wird auch der für Gewerbetreibende wichtige Industriepark Mühlenerft mit schnellen Glasfaserleitungen erschlossen. Nicht im Ausbau berücksichtigt sind die bereits mit VDSL beziehungsweise über Funk versorgten Stadtteile Rath, Kirchdorf, Kleintroisdorf, Kirchherten und Pütz. Eine Anbindung von Weiler Hohenholz ist aus wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht möglich, da es zu weit von der bereits bestehenden Glasfasertrasse entfernt liegt.

Kooperation für die Region
Die Zusammenarbeit von NetCologne und RWE für schnelle Verbindungen in der Region hat sich schon in mehreren Projekten bewährt. Dabei arbeiten beide Partner stets Hand in Hand: RWE übernimmt die Verlegung der Glasfaserleitungen, NetCologne investiert in die technischen Schaltkästen und betreibt das Netz im Anschluss für die Bürger. In Bedburg wurden in einem vorgelagerten Ausbauschritt seitens NetCologne bereits 46 neue Schaltgehäuse errichtet und mit knapp 60 bereits bestehenden Kabelverteilern verbunden. Nun folgt die Anbindung per Glasfaserleitung. Rainer Hegmann, Hauptregionsleiter Rhein-Ruhr bei RWE Deutschland erklärt dazu: „Wir verlegen in Bedburg Glasfaserleitungen auf einer Länge von knapp 20 Kilometern. Dabei setzen wir in großen Teilen das sogenannte Spülbohrverfahren ein, bei dem die Straßen nur punktuell am Anfangs- und Endpunkt geöffnet werden. Dadurch können die Baumaßnahmen auf ein Minimum begrenzt und Anwohner möglichst wenig gestört werden.“ Der Abschluss des Gesamtausbaus ist bis Ende 2015 vorgesehen.

Infoveranstaltung
NetCologne plant am 7. Januar um 19.00 Uhr in den Altstadt-Stuben, Friedrich-Wilhelm-Straße 41 in Bedburg, eine Bürgerveranstaltung, bei der das Unternehmen ausführlich über die anstehenden Arbeiten sowie die Internet-Angebote informiert und auf Fragen der Bürger eingeht. Wer sich vorab informieren möchte, kann dies auf der Homepage unter www.netcologne.de/bedburg oder telefonisch unter der Rufnummer 0221 2222-5984. Geschäftskunden können sich unter 0800-2222-550 beraten lassen oder Fragen an business@netcologne.de richten.

Zusatz zum technischen Hintergrund des Ausbaus
Das Kupfernetz, das heute noch überall in der Erde liegt und vielerorts für Datendienste genutzt wird, ist ursprünglich nur für klassische Telefonie entwickelt worden. Als Anfang der 1990er-Jahre das Internet hinzukam, mussten die Leitungen viel höhere Datenraten transportieren. In kleinen Mengen konnten das bestehende Kupfernetz diese Datenpakete stemmen. Im Zeitalter von YouTube, Netflix und Co. kommt das Netz allerdings an seine technischen Grenzen. Denn Kupferleitungen haben die Eigenschaft, dass die Datenpakete mit zunehmender Leitungslänge durch Dämpfung langsamer werden. Im Endergebnis heißt das für den Kunden langsames Internet mit langen Ladezeiten.

Die Lösung sind Leitungen aus Glasfaser, denn hier gibt es diese Restriktionen nicht. Über Glasfasertechnologie lassen sich bequem Bandbreiten bis in den Gigabit-Bereich realisieren. Ziel des Breitbandausbaus ist es deshalb, die leistungsfähigen Glasfaserleitungen möglichst nah zum Kunden zu bringen. In Bedburg werden sie bis zu den grauen Schaltkästen am Straßenrand verlegt. Dadurch sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu den Haushalten, und die Datengeschwindigkeit wird deutlich erhöht – von maximal 18 Mbit/s auf bis zu 50 Mbit/s. In einem zweiten Schritt werden durch Einsatz von Vectoring sogar Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s möglich.