NetCologne kritisiert Alleingang: Telekom kein Partner für Netzallianz!

Köln, 11.03.2015

Jost Hermanns
Jost Hermanns

Die Netze in Deutschland sollen schneller werden. Das hat die Bundesregierung in ihren Breitbandzielen für 2018 festgehalten. Die Netzallianz von Verkehrsminister Dobrindt soll dabei das strategische Dach bilden und dafür sorgen, dass alle Netzbetreiber gemeinsam an diesem Ziel arbeiten. Doch hinter den Kulissen verfolgt die Telekom eine knallharte Verdrängungsstrategie, die wenig mit Allianz zu tun hat. Der neuste Vorstoß zeigt: Der ehemalige Monopolist will sein Monopol um jeden Preis zurück – auf Kosten des Wettbewerbs.

Konfrontationskurs
Der regionale Netzbetreiber NetCologne sieht im Antrag der Telekom zum Nahbereichsausbau einen aggressiven Alleingang des ehemaligen Monopolisten. „Die Verdrängungsstrategie der Telekom widerspricht eindeutig dem Gedanken der Netzallianz“, betont NetCologne Geschäftsführer Jost Hermanns. „Es kann nicht sein, dass wir auf der einen Seite gemeinsam am runden Tisch in Berlin sitzen und Strategien zum schnellen Netzausbau entwickeln, um dann bei nächster Gelegenheit über die Bundesnetzagentur mit den Exklusivitätsansprüchen der Telekom konfrontiert zu werden. Dadurch wird die ganze Netzallianz zur Farce“, so Hermanns.

Volkswirtschaftlich unsinnige Investition
In vielen Gebieten, in denen die Telekom die Nahbereiche ausbauen möchte, sind schon heute schnelle Glasfaseranschlüsse verfügbar, denn häufig haben regionale Anbieter diese im Zuge ihrer Ausbaumaßnahmen mit erschlossen. Hier käme es durch die geplante Maßnahme der Telekom zu Doppelinvestitionen. „Überbauung hat in unseren Augen nichts mit einer zukunftsorientierten Netzstrategie für Deutschland zu tun“, betont Hermanns. „Das ist volkswirtschaftlich unsinnig und reine Rosinenpickerei“, fügt er hinzu. In der Folge fehle das Geld genau dort, wo es am dringendsten benötigt wird: fernab der Ballungszentren in den weniger dicht besiedelten Landstrichen.

Netze wachsen aus der Region
Fast zwanzig Jahre Liberalisierung haben gezeigt, dass schnelle Netze vor allem aus den Regionen heraus wachsen. Motor für den Netzausbau sind dabei maßgeblich regionale Anbieter wie NetCologne, weil sie in eigene Glasfasernetze investieren und damit globale Anbieter wie die Telekom unter Druck setzen. „Ohne einen gesunden Infrastrukturwettbewerb würden wir heute mit dem Glasfaserausbau in Deutschland nicht annähernd dort stehen, wo wir sind. Und Wettbewerb braucht Vielfalt, keine Remonopolisierung zu Gunsten eines Einzelnen“, so Hermanns.