Inside Digital Learning NRW: Lernen im digitalen Wandel.

Köln, 19.04.2018

NetCologne wird im Zuge des Programms Gute Schule 2020 alle Kölner Schulen bis Ende 2018 mit Glasfaserinfrastruktur ausstatten. Doch führen schnelle Leitungen auch automatisch zur Revolution des Unterrichts? Bei der Veranstaltung „Inside Digital Learning“, zu der NetCologne am 19.4.2018 gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit einlud, stellte NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer einen Drei- Punkte-Plan für die Digitalisierung an Schulen in NRW vor. Erste Beispiele aus der Praxis zeigten, wo die digitale Reise an den Schulen hingehen kann.

Drei Handlungsfelder für digitale Bildung
Ministerin Yvonne Gebauer: „Wir haben an den Schulen drei Handlungsfelder, die wir in den kommenden Jahren angehen werden.
Die erste wichtige Säule ist die Weiterentwicklung der schulischen Medienkonzepte und Kernlehrpläne. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen umfassende Medienkompetenz im Unterricht erwerben.
Zweitens brauchen wir Lehrkräfte, die für digitale Bildung qualifiziert sind. Dazu werden spezielle Fortbildungsangebote für digitale Unterrichtskonzepte ins Leben gerufen und den Schulen werden zusätzlich Medienkoordinatoren und Medienberater zur Seite gestellt.
Unsere dritte Aufgabe wird sein, an allen Schulen Zugang zu digitalen Medien zu schaffen. Eine schnelle Glasfaseranbindung, flächendeckende WLAN-Versorgung und die Ausstattung der Klassenräume mit entsprechenden Endgeräten sind hier entscheidend.“

Pilotprojekt „Wischende Finger“
An der Universität Köln werden bereits heute neue wissenschaftliche Lernansätze für Grundschüler im Zuge eines Forschungsprojekts erarbeitet. „Um den Unterricht nachhaltig zu verändern, müssen in erster Linie neue Lernkonzepte entwickelt werden“, erklärte Prof. Dr. Daniela Schmeinck. Deshalb erarbeiten ihre Studierende in kleinen Teams innovative, didaktische Lehransätze mit digitalen Medien. „Für uns ist es wichtig, dass der Unterricht eine zusätzliche Dimension erhält und die Potenziale der Kinder noch besser ausgeschöpft werden“, so Schmeinck. „Wir entwickeln keine Konzepte im Glashaus, sondern gehen gleich an die Schulen und erproben nach dem Trial and Error-Prinzip, ob sie funktionieren.“

Schneeball-Effekt
Damit möglichst viele Lehrer von den neuen Inhalten profitieren können, führen die Studierenden ihre Projekte parallel an unterschiedlichen Kölner Grundschulen durch. Die Ergebnisse werden nach jeder Projektphase nicht nur empirisch ausgewertet und für alle Lehrer zugänglich veröffentlicht, es gibt auch eine Abschlusspräsentation vor dem gesamten Kollegium. „Unser Ziel ist kein digitaler Tropfen auf den heißen Stein, wir wollen ihn ins Rollen bringen“, so Schmeinck.

Neu Lernen
Wie wichtig die richtige digitale Infrastruktur für den Unterricht ist, weiß auch Lehrer Frajo Ligmann. „Die Hauptaufgabe von Lehrkräften ist das Unterrichten und Erziehen, nicht der Kampf mit technischen Herausforderungen. Ein niederschwelliger Zugang für Lehrkräfte durch einfache, homogene Systeme ist daher wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Integration digitaler Techniken in den Klassenraum." Den Knackpunkt für erfolgreiches digitales Lernen an Schulen sieht er jedoch an anderer Stelle: "Die Bereitstellung von zuverlässiger digitaler Technologie ist lediglich eine notwendige Grundvoraussetzung für die eigentliche Hauptaufgabe: Gestaltung von individualisierenden Lernprozessen mit Hilfe digitaler Werkzeuge. Das müssen wir Lehrkräfte von Grund auf neu erlernen. Das geht nicht nebenher, sondern dazu müssen den Schulen auch zeitliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.“ Genau das will die Landesregierung nun in Angriff nehmen.

Köln: Ende 2018 alle Schulen am Netz!
In Köln läuft der Ausbau an den Schulen bereits auf Hochtouren. „Wir werden bis Ende 2018 alle 300 Kölner Schulgebäude an unser Glasfasernetz angeschlossen haben“, sagt NetCologne Geschäftsführer Timo von Lepel. Auch in die WLAN-Infrastruktur wird investiert. Insgesamt werden 140 neue Schulgebäude vollständig ausgeleuchtet. „Damit legen wir in Köln einen wichtigen Grundstein für den digitalen Unterricht“, so von Lepel.  Der Ausbau wird in Kooperation mit der Stadt über Mittel aus dem Programm „Gute Schule 2020“ finanziert.